Interview mit Jörg Dennis Krüger zum Conversion College

Anlässlich des Conversion College, welches am 15. Februar zum ersten mal startet habe ich den Organisator und Hauptdozenten Jörg Dennis Krüger um ein Interview gebeten. Dennis hat in folgenden 10 Fragen Statements zum Thema Conversion Optimierung und dem Conversion College beantwortet. Vorab schon einen herzlichen Dank an Dennis für die genommene Zeit und sehr ausführlichen Antworten zu einem spannenden Thema, dass auch den SEO Schwerpunkten des Jahres 2012 gehören wird.

Jörg Dennis Krüger Conversion Boosting1) Hallo Dennis, kannst du dich bei den Bloglesern bitte kurz vorstellen und ein bisschen etwas über dich erzählen?

Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit Frau und Hund in München. Online bin ich seit Mitte der 90er – damals noch via verschiedenen Mailboxen. Seit etwa 1997 bin ich im Internet unterwegs, meine erste Website hatte ich spätestens 1999 – schon damals habe ich Schulungen und IT-Beratung angeboten. 2000-2007 habe ich mich intensiv mit dem Thema Content Management beschäftigt. Seit 2007 hat sich der Fokus zu Website-Optimierung verlagert. Seit 2009 leite ich den Geschäftsbereich „Conversion-Optimierung“ bei einem internationalen Netzwerk für Performance-Marketing.

2) Viele Experten sind der Meinung Conversion Optimierung wird in Zukunft für die breite Masse noch wichtiger werden, warum glaubst du ist das so?

Conversion-Optimierung ist der nächste Schritt in der Website-Evolution. Weg vom Verkaufsprospekt, hin zum auf den User ausgerichteten Kanal. Conversion-Optimierung lebt davon, dass man Websites nun auf Basis des tatsächlichen Besucherhaltens optimieren kann – lange Diskussionsrunden von Experten und Marketern sind nicht mehr notwendig. Dies ist nicht nur viel effektiver, es ist auch günstiger und sorgt für mehr Zufriedenheit bei den Besuchern.

3) Bei der Suchmaschinenoptimierung tauchen immer wieder die gleichen Fehler auf und wiederholen sich häufig von Kunde zu Kunde. Ist das bei der Conversion Optimierung ähnlich? Was sind deiner Meinung nach die Klassiker unter den Conversion Fehlern?

Bei SEO hat man den Vorteil, dass derjenige, für den optimiert wird, immer der selbe ist: Google. Darum kann man gut Ratschläge geben, auf was Google gut und auf was schlecht reagiert. Bei der Conversion-Optimierung ist dies leider nicht so: jede Website hat einen ganz eigenen Besucher-Mix. Und selbst auf einer einzigen Website gibt es unterschiedliche Produkte und unterschiedliche Traffic-Quellen. Vor kurzer Zeit haben mein Team und ich für die Bank of Scotland optimiert. Das Ergebnis: Die Landingpages für die Produkte „Tagesgeld“ und „Festgeld“ müssen komplett unterschiedlich aussehen. Was auf der einen Seite wunderbar funktioniert, funktioniert auf der anderen gar nicht. Deshalb sind pauschale Ratschläge, Checklisten und mehr nicht nur ungenau, sondern auch gefährlich – schnell „optimiert“ man in die falsche Richtung.

4) Dein Buch „Conversion Boosting mit Website Testing“ gehört zu einem Standardwerk für Einsteiger. und sollte in keinem Bücherregal eines Online Marketers fehlen. Welche Fachbücher kann man bei dir zu Hause noch finden?

Derzeit lese ich „Business Model Generation“, ein wunderbares Buch, wenn es darum geht, Geschäftsmodelle zu verstehen und eigene zu entwickeln. Daneben steht natürlich Website Boosting im Regal. Aber auch Fachbücher zu PHP, JavaScript und das Google Analytics Buch von meinem Ex-Chef Timo Aden stehen in Griffweite.

5) Conversion Optimierung ist ein spannendes Thema. Wie wird die Thematik deiner Meinung nach in Zukunft aussehen? Was könnte sich zu heute verändern?

Derzeit denken noch viele, dass Conversion-Optimierung einfach das Abarbeiten von Best-Practices ist. Das Verständnis für Splittesting kommt erst ganz langsam an. Wenn es aber einmal „Klick“ macht, verändern sich dadurch ganze Unternehmen. Man muss nicht mehr abwägen, was wohl das beste wäre: man testet es einfach. Dabei geht es nicht darum, nur schnelle Erfolge zu generieren. Man kann seine Besucher kennen lernen und langfristige Strategien entwickeln, die ganz auf die individuellen Besucher angepasst sind.

Conversion Boosting College

6) Wie bist du auf die Idee gekommen ein Conversion College als Video-Webinar anzubieten und wie hast du deine Gastdozenten für die Idee gewinnen können?

Es fehlt einfach an guten Wissensquellen für die Online-Marketer da draußen. Ich gebe schon sehr lange Schulungen – also wollte ich auch welche zum Thema Conversion-Optimierung geben. Doch Live-Schulungen sind problematisch, insbesondere weil sie an eine Zeit und einen Ort gebunden sind. Genau das Feedback erhielt ich auch zu meinem Conversion-Workshop im Oktober 2011 in München. Und es sind sogar trotzdem Teilnehmer aus Berlin nach München gekommen! In den USA sind Online-Fortbildungen, gerade für Online-Marketing-Themen, sehr angesagt. Darum lag es nahe, das Ganze in eine Online-Fortbildung zu transformieren. Das Conversion Boosting College ist dabei mehr, als ein Video-Webinar. Zu jedem Thema gibt es schriftliches Begleitmaterial, Aufgaben und Lernzielkontrollen. Es ist eher ein Fernstudium, bei dem man nicht so viel lesen muss.

Astrid Staats (manche kennen Sie vielleicht als „Nerd in Skirt“) und Frank Reese sind tolle Kollegen, die ihr Fach wirklich verstehen. Frank war recht schnell begeistert, bei Astrid hatte ich etwas Mühe, sie zu überzeugen. Sie ist einfach eine Perfektionistin und wollte eine solche Aufgabe nicht in ihrem vollen Terminkalender irgendwo zwischen schieben. Doch sie hat sich die Zeit genommen und das Ergebnis ist wirklich gut geworden.

7) Welche „Werkzeuge“ bekommen Conversion College Teilnehmer während der Lernphase in die Hand und womit können sie auch nach dem Abschluss noch weiterarbeiten?

Es wird wirkliches Wissen vermittelt, dass man so nirgends bekommt. In meinem Buch findet man zwar schon einiges – im Conversion Boosting College wird aber alles viel ausführlicher und tiefer behandelt. Auch gibt es einige Themen, die im Buch nicht intensiv behandelt werden: beispielsweise, wie man Widerstände im Unternehmen abbaut oder eine optimale Testing-Roadmap entwickelt. Im College ist noch viel mehr Praxisbezug, als im Buch. Die Teilnehmer bekommen ein vielfältiges Wissen geliefert, dass sie in die Lage versetzt, die Optimierung richtig zu planen. Es ist aber primär keine „Do it yourself“-Anleitung, sondern vermittelt auch das Wissen, wie man Dienstleister für die Optimierung richtig auswählt, steuert und kontrolliert.

8) Bei Bestehen der Abschlussprüfung darf man sich über eine Zertifizierung zum „Conversion Boosting Fachmann“ freuen. Wie wird die Wissenskontrolle durchgeführt werden?

Es gibt einen Pool aus über 200 Fragen. Die Prüfung besteht aus 50 zufällig ausgewählten Fragen, von denen man 40 richtig beantworten muss. Das Ganze ist also sehr ähnlich, wie die Zertifizierungen, die beispielsweise Google anbietet.

9) Welchen Tipp kannst du all jenen geben, die noch nie etwas von Conversion Rate oder Conversion Optimierung gehört haben?

Je früher man sich damit beschäftigt, desto besser! Wer im Online-Marketing unterwegs ist, muss sich mit dem Thema beschäftigen – früher oder später. Also sollte man ruhig gleich damit anfangen, denn es ist ein echter Wettbewerbsvorteil, wenn man mehr Conversions aus seinen Besuchern generiert. Man muss es aber auch richtig machen. Deshalb ich Fachwissen – egal, ob aus Schulungen, Büchern, Blogs und Co. – wichtig und man sollte nicht zu viel Zeit damit verbringen, alles selbst erkunden zu wollen.

10) Abschließend bleibt von meiner Seite nur zu sagen: vielen Dank für das Interview. Hast du noch ein paar letzte Worte an interessierte Blogleser als Einstimmung auf das Conversion College?

Auch ich bedanke mich sehr für das Interview. Ich hoffe, viele Fragen beantwortet zu haben. Sollte es noch Fragen geben, bin ich gerne da – entweder in den Kommentaren unter diesem Beitrag oder per E-Mail. Wer das Frühbucher-Angebot nutzen und 200,00 Euro sparen möchte, muss sich langsam beeilen: noch bis 14.2. gilt der Sonderpreis.

Optimierungsvorschläge für Reiterstiefel.de

Bevor es mit den Optimierungsvorschlägen für Reiterstiefel.de los geht möchte ich ein paar Worte einleitend dazu los werden. Heute hat mich eine Mail mit einer Anfrage erreicht ob ich bei einer Aktion für Blogger mitmachen möchte, die Tipps und Verbesserungsvorschläge für den kürzlich gelaunchten Webshop für Reiterstiefel in einen Blogartikel zusammenfassen. Abgesehen von der Chance ein iPad 2 gewinnen zu können habe ich den Anreiz die in den letzten Wochen gehörten Informationen auf der Conversion Summer School in der Praxis umzusetzen und hoffentlich ein paar nützliche Tipps für den Reiterstiefel Online Shop zu geben.

Reiterstiefel Onlineshop

Erster Eindruck

Auf den ersten Blick sieht die Farbgebung sehr stimmig aus und es gibt kein Element das einem anschreit. Das Logo steht im Kontext zum Thema, ist farblich abgestimmt auf die Optik des Reiterstiefel Shops, wirkt sehr professionell und hat durchaus Wiedererkennungswert. Eine Dame mit nettem Lächeln begrüßt einem und verspricht brandneue Reiterstiefel Kollektionen.

Header & Navigation

Im Header werden die Vorteile einer Bestellung beim Reiterstiefel Onlineshop aufgezählt und sollen dem Kunden ein gutes Gefühl für eine Bestellung vermitteln. Noch besser wäre es, wenn man diese Vorteile auch farblich etwas hervorhebt, denn das helle Grau auf weißem Hintergrund geht zu sehr unter. Mindestens die Symbole neben der Schrift könnte man in Farbe prominent präsentieren. Dasselbe gilt auch für das Benutzerkonto und den Merkzettel rechts oben, denn wenn man nicht danach sucht fallen auch diese beiden Links nicht auf. In der Navigation habe ich den Startseiten Link vermisst, gleich darunter befinden sich zwar die Breadcrumbs, aber weniger internetaffine User werden eher das Hauptmenü benutzen. Die Suche sollte mit der Rufnummer der Bestell-Hotline einen Seitenwechsel durchführen, da Klick-Aktion erfahrungsgemäß rechtsbündig mehr Zusprache findet. Besonders gut am Header und der Navigation gefällt mit der Einsatz von Neuromarketing in Form des Smileys und der Einsatz von Breadcrumbs für bessere Usability.

Sidebar & Content

In der Sidebar werden sofort die beliebtesten Produkte dem Betrachter offeriert und bereits angesehne Produkte noch einmal in Erinnerung gerufen. Die angeschauten Produkte werden nur leider nicht ganz korrekt angezeigt und den Rest der Sidebar schmückt gähnende Leere. Diesen Platz könnte man sehr gut nutzen um Aktionsbanner zu platzieren, durch Badges von Services die Vertrauen beim potentiellen Kunden schaffen, wie beispielsweise Trusted Shops oder beliebte Zahlunsgmöglichkeiten (Kreditkarten, Paypal, Lastschrift, Rechnung, Google Checkout,…) anpreisen. Das erhöht das geschaffene Vertrauen in den Reiterstiefel Online Shop beim Kunden und kann die Käufe erhöhen.

Im Content Bereich des Onlineshops findet man zuerst eine Riesen Grafik, die ansprechend gestaltet ist, aber Betrachtern mit kleinen Bildschirmen, Note- oder Netbooks erst einmal scrollen lassen um überhaupt ein Produkt sehen zu können. Das ist ein Hindernis, das für viele Besucher schon ausschlaggebend sein kann um die Webseite wieder zu verlassen. Außerdem ist die Teaser Grafik unsymmetrisch gestaltet und sollte an die breite des Shop Templates angepasst werden. Bei den durchrotierenden Produkten Content Bereich ist auffällig, dass bei mehrmaligem Reload einmal sechs und einmal sieben verschiedene Produkte angezeigt werden. Bei sieben Produkten entstehen dann am Ende zwei Leerfelder, die zwei weitere Produkte präsentieren könnten.

Produkt Detailseite

Die Produkt Detailseite bietet viele Bilder des ausgewählten Produktes aus nahezu jedem Blickwinkel und liefert eine Menge Informationen und Größenangaben. Gefällt der Artikel nicht kann man sofort zu einem bereits angesehene Produkt navigieren oder zwischen ähnlichen Produkten auswählen, was einen großen Vorteil für den Kunden darstellt. Der Warenkorb Button könnte etwas Neuromarketing vertragen und wäre in einem saftigen Grün oder vertrauenserweckendem Blau besser gestaltet, dafür wird aber sehr schön auf den Preis und eventuelle Versandkosten über dem Button hingewiesen. Der Kunde muss also keine Bedenken wegen versteckter Versandkosten oder unklarer Preisgestaltung haben. Im Großen und Ganzen sind die Produkt Detailseiten des Reiterstiefel Onlineshop sehr gut gestaltet.

Footer & Sonstiges

Das Paypal Logo ist im Footer schlecht platziert, es sollte dem Kunden auf den ersten Blick gezeigt werden um durch die bekannte Marke Vertrauen beim Betrachter zu erzeugen. Unter den Links befinden sich hier nur „unwichtigere“ für den Kunden, ein Startseiten Link oder Verweise zu Hauptprodukten fehlen jedoch auch im Footer.

SEO Analyse

Mit dem W3C Validator betrachtet zeigt der Quellcode von Reiterstiefel.de 48 Fehler auf, die behoben werden sollten um keine Crawling Fehler zu verursachen. Die Startseite ist mehrmals erreichbar, was aus Duplikate Content Sicht nur halb so schlimm ist, da der Canonical Tag verwendet wird. Aus User Sicht dürfte das jedoch für ordentlich Verwirrung sorgen, da auch bei fehlerhaften Links keine 404 Seite aufgerufen wird, sondern die Startseite angezeigt wird, zum Beispiel bei http://www.reiterstiefel.de/Rieker-Stiefel_cat_179 (hier fehlt das .html). Eine XMl Sitemap ist vorhanden und wahrscheinlich auch bei den Google Webmaster Tools eingereicht, dem User könnte man zusätzlich noch eine HTML Sitemap zur Verfügung stellen und über den Footer verlinken. Die Meta Angaben dürften bei den Produkt Detailseiten automatisch generiert worden sein und sind großteils viel zu lang. Hier kann man durch eine ordentliche Überarbeitung von Title, Description und Keywords bessere Klickraten aus den Suchergebnissen und in weiterer Folge vermutlich auch geringfügig bessere Rankings herausholen. Positiv ist mir noch aufgefallen, dass die Webseite über mobile Devices abrufbar ist und ein angepasstes Layout dem Betrachter zur Verfügung gestellt wird. Für eine Verbesserung der Rankings sollte beim Linkaufbau an der Domain- und IP-POP gearbeitet werden, da diese bei den derzeit vorhandenen rund 1000 Backlinks bei einem Zehntel liegt.

Mein Fazit

Im Großen und Ganzen ist der Reiterstiefel Onlineshop gut durchdacht und durch die Feedback Aktion wird der Feinschliff versucht. Bemerkenswert dabei ist, dass auf jeder einzelnen Seite sehr viel Text für Betrachter und Suchmaschinen vorhanden sind. Wenn man also noch die oben genannten Punkte der Suchmaschinenoptimierung berücksichtigt, kann man sich voll und ganz auf die Konversion Optimierung konzentrieren und nach und nach kleinere Veränderungen am Online Shop durchführen. Für potentielle Kunden wünschenswert wären noch Möglichkeiten neben der Bestellhotline mit fachkundigem Personal in Verbindung zu treten, wie beispielsweise ein Live-Chat, Kontaktformular, Ticketsystem oder FAQs. Ein weiteres Plus für Kunden wäre noch Tipps und Pflegehinweise für Reiterstiefel, Berichte zu themenrelevanten Veranstaltungen und Fotos, die man auch über den angeschlossenen Modeblog gut umsetzen könnte.