WordPress und Joomla im Vergleich

Etliche Projekte habe ich schon mit dem Blogsystem WordPress umgesetzt und auch schon zwei mit Joomla und irgendwie hat jedes dieser CMS Systeme seine Reize und Hürden. Und doch stelle ich mir jedes Mal bei einer neuen Projektidee immer wieder die Frage welches der beiden Systeme besser dafür geeignet ist. Grund genug für mich WordPress und Joomla in diesem Artikel direkt miteinander zu vergleichen und Vor- und Nachteile gegenüber zu stellen.

WordPress – mehr als nur ein Blogsystem

WordPress ist ein in kurzer Zeit zu installierendes und einfach zu bedienendes Blogsystem und bietet eine riesen Auswahl an brauchbaren Plugins. Trifft man nach der Installation einige Einstellungen wie zB. eine individuelle Permalinkstruktur für sprechende URLs oder die Eintragung einiger Pingdienste ist man anderen Systemen schon um einiges voraus. Zusätzlich lässt sich das Admin Interface und die Funktionen von WordPress durch zusätzliche Plugins nach dem Plug & Play Prinzip erweitern. Vor allem aus der Sicht der Suchmaschinenoptimierung bietet WordPress durch die zusätzlichen Eingabefelder der SEO Plugins im WYSIWYG Editor einen Komfort der bei anderen Systemen noch weit davon entfernt ist. Für Blogs und kleinere statische Projekte mit Newsbereich ist WordPress also die optimale Lösung, möchte man jedoch zusätzlich eine Community, Forum oder ähnliches anbinden kommt man ohne gröbere Umprogrammierung auf kein zufriedenstellendes Ergebnis.

+ beste Blogsoftware am Markt
+ Plug & Play Prinzip
+ PHP als Templateengine
+ kostenloses Plugin Verzeichnis
+ Google liebt WordPress
+ riesige Community im Background
– zuviele Plugins machen WordPress langsam
– für umfangreiche Projekte kaum einsetzbar

Joomla – CMS für Einsteiger

Joomla gilt als leichte Kost unter den „großen“ Content Management Systemen, erfordert jedoch im Vergleich zu WordPress eine weitaus längere Einarbeitungszeit um den Aufbau, die Struktur und Arbeitsweise kennen zu lernen. Ebenso wie bei WordPress gibt es für Joomla ein riesiges Verzeichnis für Erweiterungen, ein Teil davon ist jedoch nur kostenpflichtig downloadbar. Joomla selbst ist leicht upzudaten, bei der Aktualisierung der einzelnen Komponenten darf man jedoch nicht auf einen Auto-Updater wie bei WordPress hoffen, hier ist Handbetrieb angesagt. Ein Vorteil von Joomla ist die Verfügbarkeit von vielen Templates im Look  & Feel von Web 2.0 und die Möglichkeit durch umfangreich ausgearbeitet Komponenten eigene Communities damit umsetzen zu können. Das Admin Interface wurde vor rund zwei Jahren generalüberholt, dabei wurde aber scheinbar der Artikel Editor vergessen, denn die Angabe von Meta Daten, Bilder Upload oder ähnliche Basisfunktionen stehen in keinem Vergleich mit WordPress. Auch die Suchmaschinenoptimierung ist trotz im Core Paket mitgelieferten SEF-Einstellungen sehr mager und ausbaufähig.

+ viele Möglichkeiten seine Ideen umzusetzen
+ umfangreiche Projekte bleiben übersichtlicher durch Bereich/Kategorie Management
+ bei Installation von Komponenten/Plugins/Modulen kaum Geschwindigkeitsverluste
+ kostenloses Komponenten/Plugins/Modul Verzeichnis
+ sehr schöne Web 2.0 Templates erhältlich
+ Community Buidling möglich
– richtig gute Komponenten/Plugins/Modul meistens kostenpflichtig
– das komplette System up-to-date halten ist sehr zeitaufwändig
– schlechte Suchmaschinenoptimierungsmöglichkeiten, wieder nur mit kostenpflichtigen Komponenten
– Admin Session läuft nach relativ kurzer Zeit ab und man muss sich neu anmelden

WordPress vs. Joomla Fazit

Ich bin von beiden Systemen schwer begeistert und sowohl WordPress als auch Joomla haben beide ihre Anwendungsgebiete für die es wie geschaffen sind. Daher kann ich bei Blogs oder normalen Projekten nur WordPress als treibenden Motor empfehlen, dieses System ist nicht ohne Grund die weitverbreitetste Blogsoftware. Stellt man Überlegungen an eine Community/Userprofile oder News- und Forumbereich miteinander zu verbinden, sollte die Wahl auf jeden Fall auf Joomla fallen und auf die passenden Komponenten zurück gegriffen werden. Joomla 1.6 steht kurz vor dem Release und bringt einige Erneuerungen mit sich, die auch ein paar der oben genannten Negativpunkte ausmerzen werden.

11 Gedanken zu „WordPress und Joomla im Vergleich“

  1. Hi, also das mit der Admin-Session-Laufzeit in Joomla kann man in der Site-Konfiguration beliebig einstellen und auch die anderen Nachteile von Joomla sehe ich so nicht ganz. Für die Updates gibt es eine kostenlose Komponente und die SEO-Optimierung ist integriert.

    Ich frage mich aber, ob es für kleinere Projekte sinnvoller ist, auf WP zu setzen, weiß aber nicht so genau, wo die Grenzen sind. Ich bin z.B. auf Probleme bei der Mehrsprachigkeit gestoßen. Ein anderer Aspekt war die Zuordnung von speziellen Menüs für spezielle Seiten. Wenn mich nicht alles täuscht, ist WP da nicht so felxibel wie Joomla, oder? Wie gesagt, mit WP hab ich noch nicht so große Erfahrung.

    1. Hi SoHo, für kleinere Projekte lohnt sich meiner Erfahrung nach Joomla überhaupt nicht, da WordPress einfacher zu handhaben und übersichtlicher ist. Ich setze Joomla nur noch für größere Projekte mit Community Aspekten ein, da sich für mich der Einsatz sonst nicht lohnt. WordPress hat auch mit einem der letzten Updates Custom Menus bekommen und sofern das Theme diese unterstützt kann man im Admin verschiedene definieren. Gruß Florian

  2. Hi, Ich danke dir erstmal für diese hochinformative Seite, ich bin schon seit ca einer Stunde hier und lese mir alles durch.
    Weißt du ob es geeignet ist, mit joomla eine Nachrichtenseite zu erstellen?
    wenn nicht, welches CMS würdest du empfehlen?

    bsp: Zeit, Welt, Sueddeutsche

    Ich habe eine Anfrage bzgl. neugestalltung einer Internetpräsenz, möchte gerne wissen ob sich joomla dafür lohnt.
    Ich danke dir für deine Antwort natürlich im voraus.

    1. Hi Mohamed,
      grundsätzlich ist WordPress und Joomla für ein Newsportal geeignet, für beide Systeme gibt es auch jede Menge News Themse/Templates. Je nachdem neben den eigentlichen News auch noch eine Community oder andere Funktionen geplant sind würde ich mich dann für eines der beiden CMS entscheiden. Es kommt immer darauf an was man sich vom Gesamtpaket erwartet und dementsprechend kann man dann eine Wahl treffen. Gruß Florian

  3. Hallo,
    herzlichen Dank für die informativen Kommentare und Ihren Beitrag zu WordPress und Joomla im Vergleich.

    Meine Erfahrungen mit Joomla waren leider nicht so positiv, weil die CMS Struktur anfangs sehr viel Einarbeitungszeit benötigt und sich nicht gleich dem Laien erschließt. Wobei ich hier als Laien den Endkunden verstehe, der ein System wünscht, das er auch bedienen kann, ohne wieder Schulungsmaßnahmen buchen zu müssen.

    Ich habe hier in WordPress ein idealen Partner gefunden, der aus seiner anfänglichen Blogidee weit gewachsen ist und inzwischen ein mächtiges Werkzeug für professionelle Portale geworden ist.

    Das Fundament ist gleich und baut auf WordPress auf. Das Design, das aufgesetzt wird, ist unterschiedlich. Die vielen tausend Plugins im Plug and Play Modus arbeiten meist harmonisch. Natürlich hat auch WordPress seine Schwächen, doch erkenne ich für den Endkunden, selbst bei umfangreicheren Projekten, gute und leichte Einarbeitungsszeiten, die ihm letztlich Zeit und somit Kosten sparen. Als webbetreuendes Unternehmen sehe ich meine Aufgaben darin, ihn so zu beraten, dass das eingesetzt wird, was funktioniert und ihn entlastet. Der Support unter den vielen tausend Entwicklern in WordPress ist sehr gut. Ich habe immer eine Problem lösen können.

    Ich denke, wenn ein Kunde erkennt, wie transparent Dinge funktionieren können, wird er eher geneigt sein, die Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten. Und das ist mir wichtiger.

    Viele Grüße
    Thorsten

  4. Vielen Dank für den Beitrag, der mir die Entscheidung deutlich leichter gemacht hat. Wie man sieht, fiel die Wahl auf WordPress, was ich keine Sekunde bereut habe. Die Nutzerfreundlichkeit ist nicht zu schlagen. Bei Joomla hat mich als Einsteiger schon die Installation ‚überstrapaziert‘.

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